OKI-Logo Die Ostkirchen

 

1. Die Assyrische Orthodoxe Kirche

Ihr Patriarch, seit 1964 in den USA, nennt sich "Catholicos Patriarch of the Holy Apostolic Catholic Assyrian Church of the East". Die assyrische Kirche und ihre Liturgie entstanden in den östlichen Gebieten des byzantinischen Reiches, wo die Christen der nestorianischen Christologie anhingen, deswegen seit dem dritten Konzil (Ephesus 431), auf dem Nestorius verurteilt wurde, von der Reichskirche verfolgt wurden und in das persische Reich flohen. Da Persien meist im Krieg mit Byzanz lag und die Christen im eigenen Land als unsichere Patrioten ansah, nahmen die Assyrer auf einer Synode 484 offiziell die Lehre des Nestorius an, um ihre Unabhängigkeit von der Kirche im byzantinischen Reich zu demonstrieren. Die Assyrer hatten auch an den ersten beiden Konzilien, Nizäa 325 und Konstantinopel 381, nicht teilgenommen.

Durch die Reisen nestorianischer Kaufleute dehnte sich das Christentum bis China, Tibet und in die Mongolei aus. Marco Polo scheint nestorianische Gemeinden in China getroffen zu haben. 1318 zählte die nestorianische Kirche 30 Metropoliten mit über 200 Bistümern. 1400 blieb nach den Einfällen des Mongolenfürsten Tamerlan nur ein Rest im Gebiet der persisch-türkischen Grenze, von dem wieder ein Großteil im ersten Weltkrieg von den Türken umgebracht wurde, weil die Nestorianer verdächtigt wurden, mit den Briten gemeinsame Sache zu machen. Die überlebenden Nestorianer flohen ins britische Mandatsgebiet Mesopotamien, wurden aber dort 1933 von den irakischen Truppen erneut dezimiert.

Patriarch Mar Schimún XXIII. wurde 1964 aus dem Irak gewiesen. Er führte den gregorianischen Kalender ein. Das nahmen die Assyrer im Irak zum Anlass eines Schismas. Eigentlicher Grund war die seit 1450 bestehende Praxis, das Patriarchat in einer Familie vom Onkel auf den Neffen zu vererben: das hatte gelegentlich zu unwürdigen Patriarchen geführt.

1968 kam der nestorianische Metropolit von Indien in den Irak und weihte drei Bischöfe, die ihn zum Patriarchen wählten. Ihre Anhänger nennen sich "Ancient Apostolic and Catholic Church of the East".

1976 wählten die Mar Schimún treugebliebenen Bischöfe den Bischof von Teheran Mar Denkha zum Patriarchen. Seitdem verhandeln die beiden Gruppen über eine Wiedervereinigung. Zu Beginn des Dritten Jahrtausends vereinbart Patriarch Denkha volle Seelsorgs- und Sakramentengemeinschaft mit den Chaldäern.

Liturgie
Sprache altsyrisch-aramäisch,
in Indien malayalam
Kalender Holy Apostolic Catholic Assyrian Church of the East: gregorianisch
Ancient Apostolic and Catholic Church of the East: julianisch
Ostertermin Holy Apostolic Catholic Assyrian Church of the East: neuer Stil
Ancient Apostolic and Catholic Church of the East: alter Stil
Zahlen
Gläubige 150.000
Bischöfe 24
Sitz des Oberhaupts
Holy Apostolic Catholic Assyrian Church of the East: Chicago, in Zukunft im Irak
Ancient Apostolic and Catholic Church of the East: Baghdad

21.04.2009